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<title>Moskauer Prozesse</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Moskauer Prozesse</span></h1>
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</div>
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<p>Als <b>Moskauer Prozesse</b> werden vier <a href="Moskau" title="Moskau">Moskauer</a> Gerichtsverhandlungen in den Jahren 1936 bis 1938 bezeichnet, in denen hohe Funktionäre der <a href="Bolschewiki" title="Bolschewiki">Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki)</a>, kurz KPdSU(B), und der <a href="Sowjetunion" title="Sowjetunion">Sowjetunion</a> wegen angeblicher <a href="Terrorismus" title="Terrorismus">terroristischer</a> und <a href="Hochverrat" title="Hochverrat">staatsfeindlicher Aktivitäten</a> angeklagt und umgebracht wurden. Sie fielen in die Anfangszeit des <a href="Gro%C3%9Fer_Terror_(Sowjetunion)" title="Großer Terror (Sowjetunion)">Großen Terrors</a> unter <a href="Josef_Stalin" title="Josef Stalin">Josef Stalin</a>, in der dieser die alte Garde der Bolschewiki, die noch aus der Gefolgschaft <a href="Wladimir_Iljitsch_Lenin" title="Wladimir Iljitsch Lenin">Lenins</a> stammte, durch sogenannte <a href="Stalinsche_S%C3%A4uberungen" title="Stalinsche Säuberungen">Säuberungen</a> aus dem Weg schaffte und damit seine Alleinherrschaft sicherte.
Drei Prozesse waren öffentliche Verhandlungen und als <a href="Schauprozess" title="Schauprozess">Schauprozesse</a> organisiert, einer ein nichtöffentlicher <a href="Milit%C3%A4rgericht" title="Militärgericht">Militärgerichtsprozess</a>. In diesen Prozessen wurde politische Opposition innerhalb der KPdSU(B) zum Gegenstand einer Anschuldigung nach dem Strafrecht gemacht und damit fast die gesamte Führung der <a href="Oktoberrevolution" title="Oktoberrevolution">Oktoberrevolution</a> ausgeschaltet. Nahezu alle gegen die Angeklagten erhobenen Vorwürfe wurden später widerlegt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bedeutung">Bedeutung</h2></div>
<p>Die Moskauer Prozesse liquidierten die Hauptvertreter der Politikergeneration der Oktoberrevolution von 1917: <a href="Grigori_Jewsejewitsch_Sinowjew" title="Grigori Jewsejewitsch Sinowjew">Grigori Sinowjew</a> war unter anderem Vorsitzender des <a href="Petrograder_Sowjet" title="Petrograder Sowjet">Petrograder Sowjets</a> und des Exekutivkomitees der <a href="Kommunistische_Internationale" title="Kommunistische Internationale">Komintern</a> gewesen, <a href="Alexei_Iwanowitsch_Rykow" title="Alexei Iwanowitsch Rykow">Alexei Rykow</a> Vorsitzender des <a href="Ministerrat_der_UdSSR" title="Ministerrat der UdSSR">Rats der Volkskommissare</a>, <a href="Lew_Borissowitsch_Kamenew" title="Lew Borissowitsch Kamenew">Lew Kamenew</a> sein Stellvertreter und zudem Mitglied im <a href="Zentralkomitee" title="Zentralkomitee">Zentralkomitee</a> der Partei der Bolschewiki, <a href="Nikolai_Iwanowitsch_Bucharin" title="Nikolai Iwanowitsch Bucharin">Nikolai Bucharin</a> war <a href="Politb%C3%BCro_der_Kommunistischen_Partei_der_Sowjetunion" title="Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion">Politbüromitglied</a> und Chefredakteur der Parteizeitung <i><a href="Prawda" title="Prawda">Prawda</a></i> gewesen. Sinowjew und Kamenew wurden nach dem Prozess von 1936 erschossen, Rykow und Bucharin nach dem Prozess von 1938. Mit der Ermordung von <a href="Leo_Trotzki" title="Leo Trotzki">Leo Trotzki</a> durch sowjetische Agenten im Jahr 1940 in Mexiko war von den sechs bedeutendsten Männern, die Lenin in seinem Testament erwähnt hatte, nur Stalin übriggeblieben. <a href="Georgi_Leonidowitsch_Pjatakow" title="Georgi Leonidowitsch Pjatakow">Georgi Pjatakow</a> und <a href="Karl_Radek" title="Karl Radek">Karl Radek</a>, ebenfalls Mitglieder des Zentralkomitees, wurden 1937 verurteilt. Mit den Prozessen entledigte sich Stalin, der im Hintergrund bei allen Prozessen die Regie führte, aller möglichen Opponenten in der Partei. Nahezu alle Parteimitglieder, die 1934 am <a href="XVII._Parteitag_der_WKP_(B)" title="XVII. Parteitag der WKP (B)">„Parteitag der Sieger“</a> als Delegierte teilgenommen hatten, wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Insbesondere gegen die Anhänger des Leningrader Parteisekretärs <a href="Sergei_Mironowitsch_Kirow" title="Sergei Mironowitsch Kirow">Sergei Mironowitsch Kirow</a> führte Stalin einen Rachefeldzug.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Juristische_Vorbereitung">Juristische Vorbereitung</h2></div>
<p>Am 1. Dezember 1934 wurde Kirow ermordet. Er war ein persönlicher Freund Stalins, der mit ihm zusammen in Urlaub gefahren war und seine politische Karriere sehr gefördert hatte.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Stalin-Biograph <a href="Edward_Stanislawowitsch_Radsinski" title="Edward Stanislawowitsch Radsinski">Radsinski</a> nannte Kirow Stalins „loyal henchman“ (treuen Schergen) und zitierte aus Kirows Rede auf dem <a href="XVII._Parteitag_der_WKP_(B)" title="XVII. Parteitag der WKP (B)">17. Parteitag der KPdSU(B)</a> 1934. Darin pries Kirow den <a href="F%C3%BChrer" title="Führer">„Woschd“</a> (Stalin) zweiundzwanzigmal mit <a href="Panegyrikus" title="Panegyrikus">panegyrischen</a> (lobpreisenden) Worten.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Noch am Tag von Kirows Ermordung wurde ein Gesetz erlassen, das die Justiz anwies, Terrorprozesse beschleunigt zu führen und die Todesurteile sofort zu vollstrecken. Dieses Gesetz nahm den Angeklagten weitgehend die ordentliche Verteidigungsmöglichkeit, die Möglichkeit, ihr Urteil überprüfen zu lassen, und die Möglichkeit, eine <a href="Begnadigung" title="Begnadigung">Begnadigung</a> zu beantragen. Es wurde zu einer der Grundlagen für die <a href="Politischer_Mord" title="Politischer Mord">politischen Morde</a> der folgenden Jahre.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ablauf">Ablauf</h2></div>
<p>Chefankläger von 1936 bis 1938 war der Generalstaatsanwalt der Sowjetunion <a href="Andrei_Januarjewitsch_Wyschinski" title="Andrei Januarjewitsch Wyschinski">Andrei Wyschinski</a>, der <a href="Nikolai_Wassiljewitsch_Krylenko" title="Nikolai Wassiljewitsch Krylenko">Nikolai Krylenko</a> abgelöst hatte. Beide hatten 1928 im <a href="Schachty-Prozess" title="Schachty-Prozess">Schachty-Prozess</a> eine tragende Rolle gespielt. In den Prozessen wurde jeweils behauptet, die Angeklagten hätten in einer <a href="Verschw%C3%B6rung" title="Verschwörung">verschwörerischen Verbindung</a> mit Trotzki und Agenten des kapitalistischen Auslands zum Zwecke der Unterminierung der Sowjetmacht (<a href="Artikel_58_des_Strafgesetzbuches_der_RSFSR" title="Artikel 58 des Strafgesetzbuches der RSFSR">Artikel 58 des Strafgesetzbuches der RSFSR</a>) gestanden. Wer diese angeblichen Auftraggeber waren, richtete sich nach den jeweils vorherrschenden außenpolitischen Bündniswünschen der <a href="Moskauer_Kreml" title="Moskauer Kreml">Kreml</a>-Führung: Mal wurden sie mehr in Berlin, mal mehr in London angesiedelt.
</p><p>Anlass der Prozesse war die Ermordung des Leningrader Parteisekretärs Sergei Kirow 1934, hinter der angeblich Trotzki und seine vermeintlichen Handlanger im <a href="Politb%C3%BCro_der_Kommunistischen_Partei_der_Sowjetunion" title="Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion">Politbüro</a> der KPdSU(B) steckten. Als „Beweise“ hierfür dienten vorher vom <a href="Innenministerium_der_UdSSR" title="Innenministerium der UdSSR">NKWD</a> erfolterte Geständnisse der Angeklagten; Sachbeweise wurden nicht vorgelegt. Die zur Verurteilung führenden Geständnisse kamen durch <a href="Folter" title="Folter">Folter</a><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder psychischen Druck zustande, etwa durch die Drohung, auch Angehörige zu verhaften, zu misshandeln oder zu töten. Mehrere konkrete Aussagen der Angeklagten waren leicht zu widerlegen. Der im ersten Prozess angeklagte Golzmann wollte sich z. B. mit Trotzki bei dessen Besuch in <a href="Kopenhagen" title="Kopenhagen">Kopenhagen</a> im Jahre 1932 getroffen haben, nach einem vorangehenden Treffen mit Trotzkis Sohn <a href="Lew_Lwowitsch_Sedow" title="Lew Lwowitsch Sedow">Leo Sedow</a> im <a href="R%C3%A5dhuspladsen#Hotel_Bristol" title="Rådhuspladsen">Hotel Bristol</a>. Das Hotel war jedoch bereits im Jahr 1917 geschlossen worden. Sedow, der damals in Berlin wohnte, hatte zudem wegen Visumproblemen überhaupt nicht nach Kopenhagen fahren können. Ein weiterer Angeklagter, Olberg, sagte aus, dass Sedows geplante Reise in letzter Minute abgesagt worden sei. Diese eklatanten Widersprüche zwischen Golzmanns und Olbergs Aussagen erregten jedoch weder die Aufmerksamkeit des Staatsanwaltes, noch anderer Prozessbeteiligter oder der gefügigen sowjetischen Presse.
</p><p>Der damalige stellvertretende Volkskommissar <a href="Georgi_Leonidowitsch_Pjatakow" title="Georgi Leonidowitsch Pjatakow">Georgi Pjatakow</a>, angeklagt im zweiten Prozess, soll nach eigener Aussage im Dezember 1935 mit einem „Sonderflugzeug“ von Berlin nach Oslo geflogen sein, um sich dort mit Trotzki zu treffen. Abgesehen von der äußerst dürren und unwahrscheinlichen Schilderung der Reise konnten die norwegischen Behörden schnell feststellen, dass im Dezember 1935 kein einziges ausländisches Flugzeug in Oslo gelandet war.
</p><p>Angebliche Tatsachen hielten der Konfrontation mit der Wirklichkeit nicht stand.
</p><p>Im Einzelnen wurden folgende Prozesse geführt:
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="1._Prozess">1. Prozess</h3></div>
<p>Prozess gegen das „trotzkistisch-sinowjewistische terroristische Zentrum“<sup id="cite_ref-pb1_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-pb1-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> – <i>Prozess der 16</i> vom 19. bis 24. August 1936, angeklagt waren<sup id="cite_ref-pb1_5-1" class="reference"><a href="#cite_note-pb1-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-dietzsch_6-0" class="reference"><a href="#cite_note-dietzsch-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-hedeler_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-hedeler-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<td style="width:18%;"><a href="Grigori_Jewsejewitsch_Sinowjew" title="Grigori Jewsejewitsch Sinowjew">Grigori Sinowjew</a></td>
<td>Vertrauter <a href="Wladimir_Iljitsch_Lenin" title="Wladimir Iljitsch Lenin">Lenins</a>; 1919–1926 Vorsitzender des Exekutivkomitees der <a href="Kommunistische_Internationale" title="Kommunistische Internationale">Komintern</a>; ab 1934 Rektor der Universität <a href="Jekaterinburg" title="Jekaterinburg">Swerdlowsk</a>.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Lew_Borissowitsch_Kamenew" title="Lew Borissowitsch Kamenew">Lew Kamenew</a></td>
<td>Enger Mitarbeiter Lenins, 1917 Mitglied des Zentralkomitees der kommunistischen Partei; 1928 Direktor des Instituts für Weltliteratur und des Akademie-Verlags.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Grigori_Jeremejewitsch_Jewdokimow" title="Grigori Jeremejewitsch Jewdokimow">Grigori Jewdokimow</a></td>
<td>seit 1903 Bolschewik, 1919 Mitglied des Zentralkomitees der kommunistischen Partei; Volkskommissar für die Lebensmittelindustrie.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Iwan_Petrowitsch_Bakajew" title="Iwan Petrowitsch Bakajew">Iwan Bakajew</a></td>
<td>seit 1908 Bolschewik, 1917 Vorsitzender des <a href="Petrograder_Sowjet" title="Petrograder Sowjet">Petrograder Sowjets</a>; 1924–1928 Vorsitzender der Kontrollkommission der Kommunistischen Partei in <a href="Sankt_Petersburg" title="Sankt Petersburg">Leningrad</a>.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Sergei_Witaljewitsch_Mratschkowski" title="Sergei Witaljewitsch Mratschkowski">Sergei Mratschkowski</a></td>
<td>seit 1905 Bolschewik, Kommandeur der Roten Armee im Bürgerkrieg.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Wagarschak_Arutjunowitsch_Ter-Waganjan" title="Wagarschak Arutjunowitsch Ter-Waganjan">Wagarschak Ter-Waganjan</a></td>
<td>seit 1912 Bolschewik, 1917 Sekretär des Moskauer Komitees der kommunistischen Partei; Journalist und Herausgeber.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Iwan_Nikititsch_Smirnow" title="Iwan Nikititsch Smirnow">Iwan Smirnow</a></td>
<td>seit 1903 Bolschewik, Militärführer der Roten Armee im Bürgerkrieg; ab 1932 Abteilungsleiter im Volkskommissariat für Schwerindustrie.
</td></tr>
<tr>
<td>Jefim Dreitzer</td>
<td>Kommandeur der Roten Armee.
</td></tr>
<tr>
<td>Isaak Reingold</td>
<td>1919 Mitglied des Zentralkomitees der kommunistischen Partei; 1934 stellvertretender Volkskommissar für Landwirtschaft.
</td></tr>
<tr>
<td>Richard Pikel</td>
<td>1918 Sekretär von Sinowjew; Literatur- und Theaterkritiker.
</td></tr>
<tr>
<td>Eduard Golzmann</td>
<td>Sowjetischer Diplomat in Berlin.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Fritz_David" title="Fritz David">Fritz David</a> (Ilja-David Krugljanski)</td>
<td>seit 1929 Redakteur der Berliner <a href="Die_Rote_Fahne" title="Die Rote Fahne">Roten Fahne</a>; ab 1933 in Moskau Mitarbeiter von <a href="Wilhelm_Pieck" title="Wilhelm Pieck">Wilhelm Pieck</a>.
</td></tr>
<tr>
<td>Valentin Olberg</td>
<td>Sohn von <a href="Paul_Olberg" title="Paul Olberg">Paul Olberg</a>; ab 1927 Mitglied der <a href="Kommunistische_Partei_Deutschlands" title="Kommunistische Partei Deutschlands">KPD</a>; 1935 Pädagogikdozent in <a href="Nischni_Nowgorod" title="Nischni Nowgorod">Gorki</a>.
</td></tr>
<tr>
<td>Konon Berman-Jurin (Hans Stauer)</td>
<td>Deutscher Komintern-Funktionär, seit 1933 in der Sowjetunion.
</td></tr>
<tr>
<td>Moses Lurie (Alexander Emel)</td>
<td>ab 1927 Mitglied der Agitpropabteilung des Zentralkomitees der <a href="Kommunistische_Partei_Deutschlands" title="Kommunistische Partei Deutschlands">KPD</a>; ab 1934 Historiker an der Moskauer Universität.
</td></tr>
<tr>
<td>Nathan Lurie</td>
<td>Chefarzt in <a href="Tscheljabinsk" title="Tscheljabinsk">Tscheljabinsk</a>.
</td></tr></tbody></table>
<p>Alle 16 Angeklagten wurden zum Tode verurteilt und am 25. August 1936 exekutiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="2._Prozess">2. Prozess</h3></div>
<p>Prozess gegen das „sowjetfeindliche trotzkistische Zentrum“<sup id="cite_ref-pb2_8-0" class="reference"><a href="#cite_note-pb2-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> – <i>Prozess der 17</i> vom 23. bis 30. Januar 1937, angeklagt waren<sup id="cite_ref-pb2_8-1" class="reference"><a href="#cite_note-pb2-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-dietzsch_6-1" class="reference"><a href="#cite_note-dietzsch-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-hedeler_7-1" class="reference"><a href="#cite_note-hedeler-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<td style="width:18%;"><a href="Georgi_Leonidowitsch_Pjatakow" title="Georgi Leonidowitsch Pjatakow">Georgi Pjatakow</a></td>
<td>seit 1910 Bolschewik; 1930–1936 stellvertretender Volkskommissar für Schwerindustrie.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Karl_Radek" title="Karl Radek">Karl Radek</a></td>
<td>Vertrauter Lenins im Schweizer Exil; seit 1920 Kominternfunktionär.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Grigori_Jakowlewitsch_Sokolnikow" title="Grigori Jakowlewitsch Sokolnikow">Grigori Sokolnikow</a></td>
<td>seit 1905 Bolschewik; 1935–1936 erster Stellvertreter des Volkskommissars für Forstwirtschaft.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Nikolai_Iwanowitsch_Muralow" title="Nikolai Iwanowitsch Muralow">Nikolai Muralow</a></td>
<td>seit 1903 Bolschewik, Organisator des Aufstands 1917 in Moskau, Kommandeur in der Roten Armee; seit 1925 Rektor der <a href="Russische_Staatliche_Agraruniversit%C3%A4t" title="Russische Staatliche Agraruniversität">Timirjasew-Akademie</a> für Landwirtschaft und Mitglied des Präsidiums der <a href="Gosplan" title="Gosplan">Staatlichen Plankommission</a>.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Michail_Solomonowitsch_Boguslawski" title="Michail Solomonowitsch Boguslawski">Michail Boguslawski</a></td>
<td>seit 1917 Bolschewik; bis 1924 stellvertretender Vorsitzender des Moskauer Sowjets.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Leonid_Petrowitsch_Serebrjakow" title="Leonid Petrowitsch Serebrjakow">Leonid Serebrjakow</a></td>
<td>seit 1905 Bolschewik; 1930–1936 Chef der Zentralverwaltung für Verkehrswesen und Güterkraftverkehr.
</td></tr>
<tr>
<td>Valentin Arnold</td>
<td>Wirtschaftsfunktionär.
</td></tr>
<tr>
<td>Iwan Grase</td>
<td>Kominternfunktionär; seit 1934 in der Abteilung Chemieindustrie des Volkskommissariats für Schwerindustrie tätig.
</td></tr>
<tr>
<td>Jakow Liwschitz</td>
<td>Stellvertretender Volkskommissar für Eisenbahnwesen.
</td></tr>
<tr>
<td>Iwan Knjasew</td>
<td><a href="Linke_Sozialrevolution%C3%A4re" title="Linke Sozialrevolutionäre">Linker Sozialrevolutionär</a>; 1934–1936 im Volkskommissariat für Verkehrswesen tätig.
</td></tr>
<tr>
<td>Jossif Turok</td>
<td>1936 stellvertretender Leiter der <a href="Jekaterinburg" title="Jekaterinburg">Swerdlowsker</a> Eisenbahn.
</td></tr>
<tr>
<td>Stanislaw Rataitschak</td>
<td>1932–1934 stellvertretender Volkskommissar für Schwerindustrie.
</td></tr>
<tr>
<td>Boris Norkin</td>
<td>Wirtschaftsfunktionär in der Chemieindustrie, 1932–1936 Leiter des <a href="Kemerowo" title="Kemerowo">Kemerower</a> „Chemiekombinatbau“.
</td></tr>
<tr>
<td>Alexei Schestow</td>
<td>Wirtschaftsfunktionär in der Montanindustrie im <a href="Kusnezker_Becken" title="Kusnezker Becken">Kuzbass</a>.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Michail_Stepanowitsch_Stroilow" title="Michail Stepanowitsch Stroilow">Michail Stroilow</a></td>
<td>Leiter eines Bergwerks im <a href="Kusnezker_Becken" title="Kusnezker Becken">Kuzbass</a>, seit 1935 Chefingenieur von Kuzbasogul in <a href="Nowosibirsk" title="Nowosibirsk">Nowosibirsk</a>.
</td></tr>
<tr>
<td>Gawriil Puschin</td>
<td>1931 Chefingenieur, im <a href="Kusnezker_Becken" title="Kusnezker Becken">Kuzbass</a> tätig.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Jakob_Naumowitsch_Drobnis" title="Jakob Naumowitsch Drobnis">Jakob Drobnis</a></td>
<td>seit 1907 Bolschewik; später stellvertretender Vorsitzender des <a href="Kleiner_Rat_der_Volkskommissare" title="Kleiner Rat der Volkskommissare">Kleinen Rats der Volkskommissare</a>.
</td></tr></tbody></table>
<p>Dreizehn Angeklagte wurden zum Tode verurteilt und am 30. Januar 1937 hingerichtet. Die Angeklagten Arnold, <a href="Grigori_Jakowlewitsch_Sokolnikow" title="Grigori Jakowlewitsch Sokolnikow">Sokolnikow</a> und <a href="Karl_Radek" title="Karl Radek">Radek</a> wurden zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, <a href="Michail_Stepanowitsch_Stroilow" title="Michail Stepanowitsch Stroilow">Stroilow</a> zu acht Jahren. Alle vier starben noch vor Ende 1941 eines gewaltsamen Todes. Radek und Sokolnikow wurden im Mai 1939 angeblich von Mithäftlingen getötet, Arnold und Stroilow im September 1941 auf Geheiß Stalins erschossen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Nicht_öffentlicher_Militärgerichtsprozess"><span id="Nicht_.C3.B6ffentlicher_Milit.C3.A4rgerichtsprozess"></span>Nicht öffentlicher Militärgerichtsprozess</h3></div>
<p>Im Juni 1937 wurde ein nicht-öffentlicher <a href="Milit%C3%A4rgericht" title="Militärgericht">Militärgerichtsprozess</a> unter der Anklage des Verrats, der Spionage und der Verschwörung durch eine „anti-sowjetische trotzkistische Militärorganisation“ geführt. Unter dem Vorsitz des Richters <a href="Wassili_Wassiljewitsch_Ulrich" title="Wassili Wassiljewitsch Ulrich">Wassili Ulrich</a>, Vorsitzender des Militärkollegiums des Obersten Gerichts der UdSSR, war speziell dazu ein Tribunal von Generalen der Roten Armee gebildet worden.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Angeklagt durch den Generalstaatsanwalt der UdSSR <a href="Andrei_Januarjewitsch_Wyschinski" title="Andrei Januarjewitsch Wyschinski">Andrei Wyschinski</a> wurden:
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<td style="width:20%;"><a href="Michail_Nikolajewitsch_Tuchatschewski" title="Michail Nikolajewitsch Tuchatschewski">Michail Tuchatschewski</a>
</td>
<td style="width:26%;"><a href="Marschall_der_Sowjetunion" title="Marschall der Sowjetunion">Marschall der Sowjetunion</a>
</td>
<td>Generalstabschef und Vize-Verteidigungsminister
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Iona_Emmanuilowitsch_Jakir" title="Iona Emmanuilowitsch Jakir">Iona Jakir</a>
</td>
<td><a href="Armeebefehlshaber_I._Ranges" class="mw-redirect" title="Armeebefehlshaber I. Ranges">Armeebefehlshaber I. Ranges</a>
</td>
<td>Kommandeur des Kiewer Militärbezirks
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Jeronimas_Uborevi%C4%8Dius" title="Jeronimas Uborevičius">Jeronimas Uborevičius</a>
</td>
<td>Armeebefehlshaber I. Ranges
</td>
<td>Kommandeur des Weißrussischen Militärbezirks
</td></tr>
<tr>
<td><a href="August_Kork" title="August Kork">August Kork</a>
</td>
<td><a href="Armeebefehlshaber_II._Ranges" class="mw-redirect" title="Armeebefehlshaber II. Ranges">Armeebefehlshaber II. Ranges</a>
</td>
<td>Leiter der <a href="Allgemeine_Milit%C3%A4rakademie_der_Russischen_Streitkr%C3%A4fte" title="Allgemeine Militärakademie der Russischen Streitkräfte">Militärakademie „M.W. Frunse“</a>
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Roberts_Eidemanis" title="Roberts Eidemanis">Roberts Eidemanis</a>
</td>
<td><a href="KomKor" title="KomKor">Korpskommandeur</a>
</td>
<td>Mitglied des <a href="Revolution%C3%A4rer_Kriegsrat" title="Revolutionärer Kriegsrat">Revolutionären Kriegsrates</a>
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Vytautas_Putna" title="Vytautas Putna">Vytautas Putna</a>
</td>
<td>Korpskommandeur
</td>
<td>Sowjetischer Militärattaché in London
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Boris_Mironowitsch_Feldman" title="Boris Mironowitsch Feldman">Boris Feldman</a>
</td>
<td>Korpskommandeur
</td>
<td>Leiter der Kommando- und Stabsdirektion der Roten Armee
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Witali_Markowitsch_Primakow" title="Witali Markowitsch Primakow">Witali Primakow</a>
</td>
<td>Korpskommandeur
</td>
<td>Stellvertretender Kommandeur des Leningrader Militärbezirks
</td></tr></tbody></table>
<p>Nicht mehr angeklagt werden konnte <a href="Jan_Borissowitsch_Gamarnik" title="Jan Borissowitsch Gamarnik">J. B. Gamarnik</a>. Er war vor dem Mai 1937 im Range eines <a href="Armeebefehlshaber_I._Ranges#Politkommissare" class="mw-redirect" title="Armeebefehlshaber I. Ranges">Armeekommissar I. Ranges</a> als Leiter der Politischen Hauptverwaltung der <a href="Rote_Armee" title="Rote Armee">Roten Armee</a> und 1. Stellvertreter des Verteidigungsministers Woroschilow tätig. Er wurde ab dem 20. Mai 1937 schrittweise, beginnend mit seiner Versetzung in den Militärrat des Zentralasiatischen Militärbezirks, aller politischen und militärischen Ämter und Ränge enthoben. Am 31. Mai wurde er aus der Roten Armee entlassen und musste nunmehr mit seiner Verhaftung rechnen. Noch am gleichen Abend folgte sein Suizid.
</p><p>Einige der Angeklagten bezichtigten sich selbst der konstruierten und grotesken Vorwürfe und wiederholten die brutal erfolterten Geständnisse. Fast alle Angeklagten beschuldigten Tuchatschewski der Drahtzieher bzw. Anstifter einer Verschwörung zum Sturz bzw. der Ermordung Stalins gewesen zu sein. Alle Angeklagten wurden vom Tribunal zum Tode verurteilt und am 12. Juni 1937 hingerichtet. Auch viele ihrer Familienangehörigen wurden hingerichtet oder deportiert.
</p><p>Seitens der Tribunalmitglieder trug insbesondere Budjonny mit massiven Vorwürfen gegenüber Tuchatschewskis Reform- und Modernisierungskurs zum Verlauf dieses Schauprozesses bei. Die von Tuchatschewski initiierte Modernisierung und Motorisierung der Roten Armee bedeuteten militärstrategisch eine Abwertung der im Bürgerkrieg oft entscheidenden <a href="Kavallerie" title="Kavallerie">Kavallerieverbände</a>, dies trug ihm den Hass des ihm spätestens seit der verlorenen <a href="Schlacht_bei_Warschau_(1920)" title="Schlacht bei Warschau (1920)">Schlacht von Warschau</a> ohnehin feindlich gegenüberstehenden Inspekteurs der Kavallerie Budjonny, den Tuchatschewski im Vorfeld schon mal als Analphabeten bezeichnete, ein.
</p><p>Während die Parteisäuberungen von 1929 und 1933 das Militär kaum betrafen, wurden in den Wochen nach dem Prozess und bis Mitte 1938 viele Offiziere und Soldaten, auch Politkommissare verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt oder exekutiert. Auch die Generale, welche als Mitglieder des Tribunals an den Urteilen mitwirkten, wurden zum überwiegenden Teil später selbst Opfer des Großen Terrors.
</p>
<dl><dd></dd></dl>
<p><b>Mitglieder des Militärtribunals</b><br>
<i><b>Marschall der Sowjetunion</b></i>
</p>
<ul><li><a href="Wassili_Konstantinowitsch_Bl%C3%BCcher" title="Wassili Konstantinowitsch Blücher">Wassili Blücher</a><sup>†</sup></li>
<li><a href="Semjon_Michailowitsch_Budjonny" title="Semjon Michailowitsch Budjonny">Semjon Budjonny</a></li></ul>
<p><i><b>Armeebefehlshaber I. Ranges</b></i>
</p>
<ul><li><a href="Boris_Michailowitsch_Schaposchnikow" title="Boris Michailowitsch Schaposchnikow">Boris Schaposchnikow</a></li>
<li><a href="Iwan_Panfilowitsch_Below" title="Iwan Panfilowitsch Below">Iwan Below</a><sup>†</sup></li></ul>
<p><i><b>Armeebefehlshaber II. Ranges</b></i>
</p>
<ul><li><a href="Jakow_Iwanowitsch_Alksnis" title="Jakow Iwanowitsch Alksnis">Jakow Alksnis</a><sup>†</sup></li>
<li><a href="Pawel_Jefimowitsch_Dybenko" title="Pawel Jefimowitsch Dybenko">Pawel Dybenko</a><sup>†</sup></li>
<li><a href="Nikolai_Dmitrijewitsch_Kaschirin" title="Nikolai Dmitrijewitsch Kaschirin">Nikolai Kaschirin</a><sup>†</sup></li></ul>
<p><i><b>Korpskommandeur</b></i>
</p>
<ul><li>Jelissei Gorjatschew<sup>†S</sup></li></ul>
<p>Nur zwei Mitglieder des Tribunals, die mit Stalin persönlich besonders eng verbundenen <i>Budjonny</i> und <i>Schaposchnikow</i>, überlebten die mit dem Prozess beginnende faktische Enthauptung der Roten Armee (mit <sup>†</sup> sind die vor 1941 liquidierten Mitglieder des Tribunals gekennzeichnet, mit <sup>†S</sup> der Selbstmord Gorjatschews am 12. Dezember 1938 in Erwartung seiner unmittelbar bevorstehenden Verhaftung).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="3._Prozess">3. Prozess</h3></div>
<p>Prozess gegen den „antisowjetischen ‚Block der Rechten und Trotzkisten‘“<sup id="cite_ref-pb3_10-0" class="reference"><a href="#cite_note-pb3-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> – <i>Prozess der 21</i> vom 2. bis 13. März 1938, angeklagt waren<sup id="cite_ref-pb3_10-1" class="reference"><a href="#cite_note-pb3-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-dietzsch_6-2" class="reference"><a href="#cite_note-dietzsch-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-hedeler_7-2" class="reference"><a href="#cite_note-hedeler-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>:
</p>
<table class="wikitable">
<tbody><tr>
<td style="width:18%;"><a href="Alexei_Iwanowitsch_Rykow" title="Alexei Iwanowitsch Rykow">Alexei Rykow</a></td>
<td>seit 1903 Bolschewik, 1910 jedoch Differenzen mit Lenin, 1924–1930 Vorsitzender des Rats der Volkskommissare, somit der Nachfolger Lenins als Regierungsoberhaupt; 1931–1936 Volkskommissar für das Post- und Fernmeldewesen.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Nikolai_Iwanowitsch_Bucharin" title="Nikolai Iwanowitsch Bucharin">Nikolai Bucharin</a></td>
<td>seit 1906 Bolschewik, Theoretiker, Chefredakteur der <a href="Prawda" title="Prawda">Prawda</a>; 1934–1937 Chefredakteur der <a href="Iswestija" title="Iswestija">Iswestija</a>.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Nikolai_Nikolajewitsch_Krestinski" title="Nikolai Nikolajewitsch Krestinski">Nikolai Krestinski</a></td>
<td>Vertrauter Lenins zur Zeit der russischen Revolution 1917; 1930–1937 stellvertretender Außenminister der UdSSR.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Christian_Georgijewitsch_Rakowski" title="Christian Georgijewitsch Rakowski">Christian Rakowski</a></td>
<td>1929 Regierungschef der <a href="Ukrainische_Sozialistische_Sowjetrepublik" title="Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik">ukrainischen Sowjetrepublik</a>, Komintern-Funktionär; seit 1934 Leiter der Verwaltung der Bildungseinrichtungen des Volkskommissariats für Gesundheitswesen und seit 1935 Vorsitzender des Roten Kreuzes der UdSSR.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Genrich_Grigorjewitsch_Jagoda" title="Genrich Grigorjewitsch Jagoda">Genrich Jagoda</a></td>
<td>seit 1917 Bolschewik, seit 1922 im Apparat der <a href="Tscheka" title="Tscheka">Tscheka</a>; 1934–1936 Volkskommissar für Innere Angelegenheiten der UdSSR, verantwortlich für die Durchführung des ersten der Moskauer Prozesse(!).
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Arkadi_Pawlowitsch_Rosenholz" title="Arkadi Pawlowitsch Rosenholz">Arkadi Rosenholz</a></td>
<td>seit 1905 Bolschewik; 1930–1937 Volkskommissar für Außenhandel.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Wladimir_Iwanowitsch_Iwanow" title="Wladimir Iwanowitsch Iwanow">Wladimir Iwanow</a></td>
<td>seit 1915 Bolschewik; seit 1931 KP-Chef für die Nordgebiete der UdSSR, 1936–1937 Volkskommissar für Holzindustrie.
</td></tr>
<tr>
<td>Michail Tschernow</td>
<td>1909 Menschewik, 1920 Bolschewik; seit 1934 Volkskommissar für Landwirtschaft.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Hryhorij_Hrynko" title="Hryhorij Hrynko">Hryhorij Hrynko</a> (Grigori Grinko)</td>
<td>zunächst <a href="Sozialrevolution%C3%A4re" title="Sozialrevolutionäre">Sozialrevolutionär</a>, seit 1920 Bolschewik in der Ukraine; seit 1930 Volkskommissar für Finanzen.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Issaak_Abramowitsch_Selenski" title="Issaak Abramowitsch Selenski">Issaak Selenski</a></td>
<td>seit 1906 Bolschewik; seit 1934 Vorsitzender des Zentralverbandes der Konsumgenossenschaften.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Akmal_Ikramow" title="Akmal Ikramow">Akmal Ikramow</a></td>
<td>seit 1918 Bolschewik; seit 1929 Chef der kommunistischen Partei in <a href="Usbekistan" title="Usbekistan">Usbekistan</a>.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Fayzulla_Xo%CA%BBjayev" title="Fayzulla Xoʻjayev">Fayzulla Xoʻjayev</a> (Chodžaev)</td>
<td>seit 1925 Vorsitzender des Rats der Volkskommissare in Usbekistan.
</td></tr>
<tr>
<td>Wassili Scharangowitsch</td>
<td>seit 1917 Bolschewik; seit 1934 Mitglied der <a href="Zentrale_Kontrollkommission_der_KPdSU" title="Zentrale Kontrollkommission der KPdSU">Parteikontrollkommission</a>, ab März 1937 KP-Chef in Weißrussland.
</td></tr>
<tr>
<td>Prokopi Subarew</td>
<td>1934–1937 stellvertretender Volkskommissar für Landwirtschaft.
</td></tr>
<tr>
<td>Pawel Bulanow</td>
<td>seit 1921 Mitarbeiter der <a href="Tscheka" title="Tscheka">Tscheka</a>; 1934–1937 Sekretär der Sonderberatung des <a href="Innenministerium_der_UdSSR" title="Innenministerium der UdSSR">NKWD</a> der UdSSR.
</td></tr>
<tr>
<td>Lew Lewin</td>
<td>Arzt des Kreml-Krankenhauses, behandelnder Arzt von Lenin und <a href="Maxim_Gorki" title="Maxim Gorki">Maxim Gorki</a>.
</td></tr>
<tr>
<td>Ignati Kasakow</td>
<td>Arzt im Tscheka-Apparat.
</td></tr>
<tr>
<td>Wenjamin Maximow-Dikowski</td>
<td>seit 1920 Bolschewik; seit 1932 im Sekretariat des Rats der Volkskommissare tätig.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Pjotr_Petrowitsch_Krjutschkow" title="Pjotr Petrowitsch Krjutschkow">Pjotr Krjutschkow</a></td>
<td>seit 1918 Sekretär von Maxim Gorki.
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Sergei_Alexejewitsch_Bessonow" title="Sergei Alexejewitsch Bessonow">Sergei Bessonow</a></td>
<td>1933 Rat der Bevollmächtigten Vertretung der UdSSR in Deutschland.
</td></tr>
<tr>
<td>Dmitri Pletnjow</td>
<td>Medizinprofessor an der Medizinischen Fakultät in Moskau.
</td></tr></tbody></table>
<p>18 der Angeklagten wurden zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 15. März 1938 vollstreckt. <a href="Christian_Georgijewitsch_Rakowski" title="Christian Georgijewitsch Rakowski">Rakowski</a> und Pletnev wurden zu zwanzig Jahren Gefängnis, <a href="Sergei_Alexejewitsch_Bessonow" title="Sergei Alexejewitsch Bessonow">Bessonow</a> zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Alle drei wurden am 11. September 1941 auf Weisung Stalins erschossen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="„Gegenprozess“"><span id=".E2.80.9EGegenprozess.E2.80.9C"></span>„Gegenprozess“</h2></div>
<p>In diesen Prozessen war eigentlich immer der nicht anwesende Leo Trotzki, der ehemalige Vorsitzende des <a href="Petrograder_Sowjet" title="Petrograder Sowjet">Petrograder Sowjets</a>, der die <a href="Oktoberrevolution" title="Oktoberrevolution">Machtübernahme</a> der Sowjets am 7. November 1917 organisiert hatte, der Hauptangeklagte. Die Angeklagten hätten ihre Verbrechen in seinem Auftrag begangen, um den Kapitalismus in der Sowjetunion wieder zu errichten. Trotzki war im <a href="Russischer_B%C3%BCrgerkrieg" title="Russischer Bürgerkrieg">russischen Bürgerkrieg</a> von 1918 bis 1923 Oberkommandierender der <a href="Rote_Armee" title="Rote Armee">Roten Armee</a> gewesen und 1929 mittels Ausweisung <a href="Leo_Trotzki#Exil" title="Leo Trotzki">ins Exil</a> gezwungen worden. Seitdem lebte er außerhalb der Sowjetunion (zunächst in der Türkei, dann in Frankreich, später in Norwegen und von 1937 bis zu seiner Ermordung 1940 in Mexiko).
</p><p>Das <i>American Committee for the Defense of Leon Trotsky</i> führte 1937 zahlreiche <a href="Hearing" title="Hearing">Hearings</a> durch, die als Ganzes einem Gerichtsprozess ähnelten. Die <i>Dewey Commission</i> unter Vorsitz von <a href="John_Dewey" title="John Dewey">John Dewey</a> konnte die wenigen vorgelegten materiellen ‚Beweise‘ durchgängig widerlegen und veröffentlichte am 21. September 1937 einen Bericht.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Äußere_Wahrnehmung_und_Wirkung"><span id=".C3.84u.C3.9Fere_Wahrnehmung_und_Wirkung"></span>Äußere Wahrnehmung und Wirkung</h2></div>
<p>Die Moskauer Prozesse können als eine der ersten größeren Krisen des Sowjetsystems mit Außenwirkung auf den Unterstützerkreis an vornehmlich intellektuellen Sympathisanten im westlichen Ausland angesehen werden. Angesichts der unmittelbaren Bedrohung durch den <a href="Nationalsozialismus" title="Nationalsozialismus">Nationalsozialismus</a> in Mitteleuropa und den <a href="Spanischer_B%C3%BCrgerkrieg" title="Spanischer Bürgerkrieg">Bürgerkrieg in Spanien</a> war dieser Effekt allerdings weniger bedeutsam als etwa jener des <a href="Ungarischer_Volksaufstand" title="Ungarischer Volksaufstand">Ungarnaufstandes 1956</a> oder der Intervention des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei 1968 („<a href="Prager_Fr%C3%BChling" title="Prager Frühling">Prager Frühling</a>“). Führende linke Intellektuelle wie <a href="Louis_Aragon" title="Louis Aragon">Louis Aragon</a>, <a href="Ernst_Bloch" title="Ernst Bloch">Ernst Bloch</a>, <a href="Ernst_Fischer_(Schriftsteller)" title="Ernst Fischer (Schriftsteller)">Ernst Fischer</a> rechtfertigten die Prozesse. Der während der Prozesse 1937 in der Sowjetunion weilende <a href="Lion_Feuchtwanger" title="Lion Feuchtwanger">Lion Feuchtwanger</a> durfte ein Gespräch mit Stalin führen und würdigte ihn einer Veröffentlichung.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zugleich diente ausgewähltes Material wie die Reden des Generalstaatsanwalts <a href="Andrei_Januarjewitsch_Wyschinski" title="Andrei Januarjewitsch Wyschinski">Andrei Wyschinski</a> zum Beispiel in der <a href="Deutsche_Demokratische_Republik" title="Deutsche Demokratische Republik">DDR</a> als Diskussionsgrundlage und Schulungsmaterial, um Säuberungen innerhalb der SED durchzuführen.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rehabilitation">Rehabilitation</h2></div>
<p>In seiner Geheimrede <i><a href="%C3%9Cber_den_Personenkult_und_seine_Folgen" title="Über den Personenkult und seine Folgen">Über den Personenkult und seine Folgen</a></i> auf dem <a href="XX._Parteitag_der_KPdSU" title="XX. Parteitag der KPdSU">XX. Parteitag der KPdSU</a>, mit der er die Entstalinisierung einleitete, erklärte Generalsekretär <a href="Nikita_Sergejewitsch_Chruschtschow" title="Nikita Sergejewitsch Chruschtschow">Nikita Chruschtschow</a> am 25. Februar 1956, dass die Angeklagten zu Unrecht verfolgt wurden, unter anderem weil das Plenum des <a href="Zentralkomitee_der_KPdSU" class="mw-redirect" title="Zentralkomitee der KPdSU">ZK der KPdSU</a> vorher nicht gehört worden sei. Ferner sagte Chruschtschow: „Das Schuldbekenntnis vieler Verhafteter, die wegen feindlicher Aktivitäten angeklagt wurden, wurde mit Hilfe grausamer, unmenschlicher Folterungen erreicht.“<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die volle Rehabilitierung vieler Angeklagter erfolgte über dreißig Jahre später im Zeitalter von <a href="Glasnost" title="Glasnost">Glasnost</a> und <a href="Perestroika" title="Perestroika">Perestroika</a>. Das Politbüro des ZK der KPdSU hatte am 28. September 1987 zu diesem Zweck eine eigene Kommission gegründet, die zunächst unter dem Vorsitz von <a href="Michail_Sergejewitsch_Solomenzew" title="Michail Sergejewitsch Solomenzew">Michail Sergejewitsch Solomenzew</a>, ab Oktober 1988 unter <a href="Alexander_Nikolajewitsch_Jakowlew" title="Alexander Nikolajewitsch Jakowlew">Alexander Nikolajewitsch Jakowlew</a> arbeitete. Sie untersuchte die Fälle der Moskauer Prozesse und vieler anderer Opfer des Stalinismus und schloss ihre Arbeit im Juli 1990 mit der Rehabilitation von über einer Million Sowjetbürger ab.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erklärungsversuche"><span id="Erkl.C3.A4rungsversuche"></span>Erklärungsversuche</h2></div>
<p>Über die genauen <a href="Stalinsche_S%C3%A4uberungen#Erklärungsversuche" title="Stalinsche Säuberungen">Hintergründe dieser Prozesse</a> beziehungsweise der Säuberungen an sich bestehen in der historischen Forschung verschiedene Ansichten. Unter anderem wird persönliche Machtsicherung ebenso für möglich gehalten wie eine <a href="Paranoia" title="Paranoia">Paranoia</a> Stalins.
</p><p><a href="Dmitri_Antonowitsch_Wolkogonow" title="Dmitri Antonowitsch Wolkogonow">Dimitri Wolkogonow</a> bezweifelt, dass Stalin tatsächlich trotzkistische Verschwörer und Agenten des Kapitalismus bekämpfen wollte. Die Säuberungen und die ihnen zugrunde liegenden Verschwörungstheorien seien ursprünglich ein im Kern rationales Kalkül zur äußeren Stabilisierung der Sowjetunion und zur Sicherung der persönlichen Herrschaft gewesen, hätten dann aber eine Eigendynamik gewonnen und auf das Bewusstsein ihres Urhebers zurückgewirkt.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zeitgenössische_Darstellungen"><span id="Zeitgen.C3.B6ssische_Darstellungen"></span>Zeitgenössische Darstellungen</h2></div>
<ul><li>Volkskommissariat für Justizwesen der UdSSR (Hrsg.): <i>Prozessbericht über die Strafsache des trotzkistisch-sinowjewistischen terroristischen Zentrums; Prozessbericht über die Strafsache des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums: Verhandelt vor dem Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der UdSSR, 19.-24. August 1936.</i> Moskau 1936 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://ciml.250x.com/archive/trotskyism/german_trotskyism/moskauer_prozesse_1936.pdf">Online</a>).</li>
<li>Volkskommissariat für Justizwesen der UdSSR (Hrsg.): <i>Prozessbericht über die Strafsache des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums. Verhandelt vor dem Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der UdSSR vom 23.-30. Januar 1937.</i> Moskau 1937.</li>
<li>Volkskommissariat für Justizwesen der UdSSR (Hrsg.): <i>Prozessbericht über die Strafsache des antisowjetischen Block der Rechten und Trotzkisten verhandelt vor dem Militarkollegium des Obersten Gerichtshofes der UdSSR vom 2.-13. März 1938.</i> Moskau 1938.</li>
<li><a href="John_Dewey" title="John Dewey">John Dewey</a> u. a.: <i>The Case of Leon Trotsky. Report of Hearings on the charges made against him in the Moscow Trials.</i> Harper & Brothers, London / New York 1937 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.marxists.org/archive/trotsky/1937/dewey/index.htm">Online</a>).</li>
<li><a href="Lew_Lwowitsch_Sedow" title="Lew Lwowitsch Sedow">Leo Sedow</a>: <i>Rotbuch über den Moskauer Prozeß. Dokumente.</i> Gesammelt und redigiert von Lew Sedow. Editions Lion de Lee, Antwerpen 1936. Zahlreiche Nachdrucke, u. a. Reprint: isp-Verlag, Frankfurt 1988, ISBN 3-88332-142-7. Online nach dem Nachdruck der Ausgabe der Spartakus GmbH Hamburg 1972 <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://marxists.org/deutsch/archiv/sedow/1936/rotbuch/index.html">[1]</a>.</li>
<li><a href="Victor_Serge" title="Victor Serge">Victor Serge</a>: <i>16 fusillés : où va la révolution russe</i>. J. Lefeuvre, Paris 1936. In Cahiers Spartacus Paris. Deutsche Ausgabe als <i>Die sechzehn Erschossenen – Unbekannte Aufsätze II.</i> mit einem Vorwort von <a href="Magdeleine_Paz" title="Magdeleine Paz">Magdeleine Paz</a> Cahiers. Verlag Association, Hamburg 1977, ISBN 3-88032-067-5 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.marxists.org/deutsch/archiv/serge/1936/sechzehn/index.htm">Online</a>).</li>
<li><a href="Leo_Trotzki" title="Leo Trotzki">Leo Trotzki</a>: <i>Stalins Verbrechen.</i> Übersetzt von Alexandra Pfemfert. Jean-Christophe-Verlag, Zürich 1937. Neuausgabe Dietz, Berlin 1990, ISBN 3-320-01552-4.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Belletristische_Bearbeitung">Belletristische Bearbeitung</h2></div>
<ul><li><a href="Arthur_Koestler" title="Arthur Koestler">Arthur Koestler</a>: <i><a href="Sonnenfinsternis_(Roman)" title="Sonnenfinsternis (Roman)">Sonnenfinsternis</a>.</i> 1940</li>
<li><a href="Stefan_Heym" title="Stefan Heym">Stefan Heym</a>: <i>Radek.</i> Roman. C. Bertelsmann, München 1995.</li>
<li><a href="Anatoli_Naumowitsch_Rybakow" title="Anatoli Naumowitsch Rybakow">Anatoli Rybakow</a>: <i><a href="Jahre_des_Terrors" title="Jahre des Terrors">Jahre des Terrors</a>.</i> Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1990, ISBN 978-3-462-02044-1</li>
<li><a href="Eugen_Ruge" title="Eugen Ruge">Eugen Ruge</a>: Metropol. Roman. Rowohlt, 2019.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Wladislaw_Hedeler" title="Wladislaw Hedeler">Wladislaw Hedeler</a> & Steffen Dietzsch: <i>Chronik der Moskauer Schauprozesse 1936, 1937 und 1938. Planung, Inszenierung und Wirkung.</i> Akademie-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-05-003869-1.</li>
<li><a href="Peter_Huber_(Historiker)" title="Peter Huber (Historiker)">Peter Huber</a> & <a href="Hans_Schafranek" title="Hans Schafranek">Hans Schafranek</a>: <i>Stalinistische Provokationen gegen Kritiker der Moskauer Schauprozesse.</i> In: <a href="Wolfgang_Neugebauer_(Historiker%2C_1944)" title="Wolfgang Neugebauer (Historiker, 1944)">Wolfgang Neugebauer</a> (Hrsg.): <i>Von der Utopie zum Terror. Stalinismus-Analysen.</i> Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1994, ISBN 3-85115-187-9, S. 97–134.</li>
<li><a href="Dmitri_Antonowitsch_Wolkogonow" title="Dmitri Antonowitsch Wolkogonow">Dimitri Wolkogonow</a>: <i>Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt.</i> Claassen, Düsseldorf 1989, ISBN 3-546-49847-X; ECON-Verlag, Düsseldorf [u. a.] 1992, ISBN 3-430-19827-5.</li>
<li><a href="Wadim_Sacharowitsch_Rogowin" title="Wadim Sacharowitsch Rogowin">Wadim S. Rogowin</a>: <i>1937, Jahr des Terrors.</i> Arbeiterpresse-Verlag, Essen 1998, ISBN 3-88634-071-6.</li>
<li><a href="Hans_Schafranek" title="Hans Schafranek">Hans Schafranek</a>: <i>Das kurze Leben des <a href="Kurt_Landau_(Politiker)" title="Kurt Landau (Politiker)">Kurt Landau</a>. Ein österreichischer Kommunist als Opfer der stalinistischen Geheimpolizei.</i> Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1988, ISBN 3-900351-90-2, S. 374–427.</li>
<li>Hans Schafranek: <i>Zwischen Blocklogik und Antistalinismus. Die Ambivalenz sozialdemokratischer Kritik an den Moskauer Schauprozessen.</i> In: <i>Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Arbeiterbewegung.</i> Wien 1994, S. 38–65.</li>
<li><i>Schauprozesse unter Stalin 1932–1952. Zustandekommen, Hintergründe, Opfer.</i> Mit einem Vorwort von <a href="Horst_Sch%C3%BCtzler" title="Horst Schützler">Horst Schützler</a>. Karl Dietz Verlag Berlin, Berlin 1990, ISBN 3-320-01600-8.</li>
<li><a href="Reinhard_M%C3%BCller_(Soziologe%2C_1944)" title="Reinhard Müller (Soziologe, 1944)">Reinhard Müller</a>: <i>Der Fall des Antikomintern-Blocks. Ein vierter Moskauer Schauprozess.</i> In: <i>Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung.</i> Jg. 4, 1996, S. 187–214.</li>
<li>Reinhard Müller: Wort-Delirium. Kampagnen von Komintern und KPD gegen Kritiker der Moskauer Schauprozesse, in: Michel Grunewald (Hg.), Das linke Intellektuellenmilieu in Deutschland, seine Presse und seine Netzwerke (1890–1960), Bern 2002, S. 523–556.</li>
<li><a href="Simon_Sebag_Montefiore" title="Simon Sebag Montefiore">Simon Sebag Montefiore</a>: <i>Stalin. Am Hof des roten Zaren.</i> S. Fischer, Frankfurt 2005, ISBN 3-10-050607-3.</li>
<li><a href="Hermann_Weber_(Historiker%2C_1928)" title="Hermann Weber (Historiker, 1928)">Hermann Weber</a> & <a href="Ulrich_M%C3%A4hlert" title="Ulrich Mählert">Ulrich Mählert</a>: <i>Terror. Stalinistische Parteisäuberungen 1936-1953.</i> Schöningh, Paderborn [u. a.] ISBN 3-506-75335-5; erweiterte Sonderausgabe 2001, ISBN 3-506-75336-3.</li>
<li><a href="Karl_Schl%C3%B6gel" title="Karl Schlögel">Karl Schlögel</a>: <i>Terror und Traum – Moskau 1937</i>. Carl Hanser Verlag, München 2008, ISBN 978-3-446-23081-1.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a href="Steffen_Dietzsch" title="Steffen Dietzsch">Steffen Dietzsch</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.lexikon-der-politischen-strafprozesse.de/glossar/bucharin-nikolai-iwanowitsch-grigori-jewsejewitsch-sinowjew-lew-borissowitsch-kamenew-alexei-iwanowitsch-rykow-leo-trotzki-georgi-leonidowitsch-pjatakow-und-karl-radek-u-a/"><i>Bucharin, Nikolai Iwanowitsch, Karl Radek et al.</i></a>, in: <a href="Kurt_Groenewold" title="Kurt Groenewold">Kurt Groenewold</a>, Alexander Ignor, Arnd Koch (Hrsg.): <i>Lexikon der Politischen Strafprozesse</i>, Online, Stand September 2015</li></ul>
<dl><dt>Darstellungen</dt></dl>
<ul><li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20030624043445/http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/geschichte/schauprozesse/"><i>Die Moskauer Schauprozesse</i></a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 24. Juni 2003 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>), Multimediaseite des <a href="CollegeRadio" title="CollegeRadio">CollegeRadios</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Dimitri_Wolkogonow" class="mw-redirect" title="Dimitri Wolkogonow">Dimitri Wolkogonow</a>: <i>Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt.</i> Claassen, Düsseldorf 1989, S. 296–310.</span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Edvard_Radzinsky" class="mw-redirect" title="Edvard Radzinsky">Edvard Radzinsky</a>, <i>Stalin</i>, Doubleday, New York 1996, S. 306.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Reinhard Müller: <i>NKWD-Folter. Terror-Realität und Produktion von Fiktion</i>, in: Wladislaw Hedeler (Hrsg.): <i>Stalinscher Terror 1934-41. Eine Forschungsbilanz</i>, BasisDruck, Berlin 2002, S. 133–158.</span>
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<li id="cite_note-pb1-5"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-pb1_5-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-pb1_5-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Volkskommissariat für Justizwesen der UdSSR: <i>Prozessbericht über die Strafsache des trotzkistisch-sinowjetischen terroristischen Zentrums</i>. Moskau 1936</span>
</li>
<li id="cite_note-dietzsch-6"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-dietzsch_6-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-dietzsch_6-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-dietzsch_6-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Steffen Dietzsch: <i>Die Moskauer Prozesse (1936, 1937, 1938)</i> in: Lexikon der Politischen Strafprozesse, Stiftung Kurt Groenewold, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.lexikon-der-politischen-strafprozesse.de/glossar/bucharin-nikolai-iwanowitsch-grigori-jewsejewitsch-sinowjew-lew-borissowitsch-kamenew-alexei-iwanowitsch-rykow-leo-trotzki-georgi-leonidowitsch-pjatakow-und-karl-radek-u-a/">Online</a></span>
</li>
<li id="cite_note-hedeler-7"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-hedeler_7-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-hedeler_7-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-hedeler_7-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Wladislaw Hedeler & Steffen Dietzsch: <i>Chronik der Moskauer Schauprozesse 1936, 1937 und 1938. Planung, Inszenierung und Wirkung.</i> Akademie-Verlag, Berlin 2003</span>
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<li id="cite_note-pb2-8"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-pb2_8-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-pb2_8-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Volkskommissariat für Justizwesen der UdSSR: <i>Prozessbericht über die Strafsache des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums</i>. Moskau 1937</span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter J. Whitewood: <i>The Red Army and the Great Terror</i>. University Press of Kansas, 2015</span>
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<li id="cite_note-pb3-10"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-pb3_10-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-pb3_10-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Volkskommissariat für Justizwesen der UdSSR: <i>Prozessbericht über die Strafsache des antisowjetischen Blocks der Rechten und Trotzkisten.</i> Moskau 1938.</span>
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<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">www.marxists.org: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.marxists.org/archive/trotsky/1937/dewey/index.htm">THE CASE OF Leon Trotsky. – Report of Hearings on the Charges Made Against Him in the Moscow Trials</a></span>
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<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Sheila_Fitzpatrick" title="Sheila Fitzpatrick">Sheila Fitzpatrick</a>: <i>Stalins Mannschaft. Teamarbeit und Tyrannei im Kreml.</i> Schöningh, Paderborn 2017, ISBN 978-3-506784-32-2, S. 100 f.</span>
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<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/81_2_Hedeler.pdf">https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/81_2_Hedeler.pdf</a> Wladislaw Hedeler: Die Szenarien der Moskauer Schauprozesse 1936 bis 1938</span>
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<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_ru&dokument=0014_ent&object=translation&st=&l=de">Rede des Ersten Sekretärs des CK der KPSS, N. S. Chruščev auf dem XX. Parteitag der KPSS („Geheimrede“) und der Beschluss des Parteitages „Über den Personenkult und seine Folgen“, 25. Februar 1956</a>, Zugriff am 7. Juli 2010.</span>
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<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Horst Schützler, <i>Vorwort</i>, in: <i>Schauprozesse unter Stalin 1932–1952. Zustandekommen, Hintergründe, Opfer</i>, Dietz, Berlin 1990, S. 8 f.</span>
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<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Dimitri Wolkogonow: <i>Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt</i>, S. 18. Econ Taschenbuch Verlag, 1989/1999, ISBN 3-546-49847-X.</span>
</li>
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